Poult: Ohne Bosse zum Erfolg – hierarchiefreie Organisationsformen

Poult produziert Kekse in Montauban, Frankreich. 2006 beschloss man, die Art der Geschäftsleitung maßgeblich zu verändern, weil die Zahlen mies und die Zufriedenheit der Angestellten im Keller waren. „Poult: Ohne Bosse zum Erfolg – hierarchiefreie Organisationsformen“ weiterlesen

Führungskräfte-Evaluation jetzt.

Dieser vermutlich etwa längere Eintrag setzt sich mit einem Slogan aus der Management-Literatur auseinander, demzufolge Arbeitnehmer die Manager wechseln, nicht die Firma (erstes Kapitel in Lipman 2015: “People leave managers, not companies”). Ich habe mich mit der Frage beschäftigt, ob das stimmt und dazu ein bisschen quer gelesen. „Führungskräfte-Evaluation jetzt.“ weiterlesen

Traditionelle vs partizipative Leitung

Arbeitsumwelten verändern sich und Organisationen erproben verschiedene Herangehensweisen an neue Herausforderungen. In der Industrie soll dabei etwa Produktivität erhöht und Wachstum geschaffen werden, man will neue Märkte erschließen oder Kosten senken; in der Hochschule, wo ich derzeit beschäftigt bin, geht es um Themen wie die sinnvolle Gestaltung der Studieneingangsphase, den Umgang mit Diversität, die Senkung der Studienabbruchquote, um die Gestaltung von Lernen und Lehre, um Prüfungen. Ob in Industrie oder Hochschule: ein klassisches top-down Management entwickelt sich zunehmend in Richtung kooperativer Ansätze, die Mitarbeitern mehr Verantwortung übertragen und die Unterschiede zwischen Personal mit Leitungsaufgaben und Mitarbeitern weniger scharf konturieren.

Dass Organisationen zunehmend auf offene Innovationskultur setzen, verändert auch Führungsstile. „Traditionelle vs partizipative Leitung“ weiterlesen

(Noch) Mehr gewuppt bekommen?

Mal ehrlich: wir alle sind schon einmal in Arbeit nachgerade ertrunken und haben dabei den Überblick über die Aufgaben verloren, die gerade um unsere Aufmerksamkeit buhlten. Und viele von uns wissen: je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger ist ihm beizukommen.

Als in erster Linie an Personen orientierter Charakter bekenne ich mich solcher lapsus (jawohl – mit langem U, bitte)  wohl in besonderem Maße schuldig. Aufgabenorientierten Personen fällt es sicher leichter, Aufgaben zu erledigen und bestimmte Zielvorgaben einzuhalten. Doch unmöglich ist das auch für personzentrierte Individuen nicht, wie ich inzwischen weiß. Denn: über die Jahre habe ich einige Strategien von den Checklisten-Freaks um mich herum abgeschaut, die helfen, Aufgaben effektiv zu erreichen und (selbst- und fremdgesteckte) Ziele zu erreichen. Mit folgenden fünf einfachen Strategien lässt sich mehr erreichen: „(Noch) Mehr gewuppt bekommen?“ weiterlesen

Leiten im digitalen Zeitalter?

Kürzlich ist ein neues Projekt auf meinem Radar aufgetaucht. Ich werde bestimmt an anderer Stelle ausführlicher darüber berichten – für diesen Post genügt es zu sagen: es handelt sich um ein von Studierenden initiiertes Projekt, das auch gegen institutionelle Widerstände realisiert wird. Nach einer Besprechung mit den Projektverantwortlichen dachte ich erneut an meine systemische Weiterbildung und das, was ich in den vergangenen zwei Jahren über systemische Organisationsentwicklung und -Personalführung gelernt habe. Je mehr Projekte und Leitende ich erlebe, desto mehr wächst meine Überzeugung: das “digitale Zeitalter” verlangt nach einer neuen Art Leitung und Führung, denn der digitale Wandel hat die Art, wie wir mit unseren Zielgruppen, Kollegen und Freunden kommunizieren, von Grund auf verändert.  „Leiten im digitalen Zeitalter?“ weiterlesen

Storytelling

Auch in diesem Jahr hatte ich wieder viel Gelegenheit, mich mit dem Schreiben theoretisch und praktisch auseinanderzusetzen; außerdem boten mir die vergangenen Monate hinreichend Möglichkeiten (oder: “drängten mir Möglichkeiten auf”), Führungsverhalten in Organisationen zu beobachten. Ein Trend, der beides miteinander zu verbinden vermag, ist Storytelling.

“Wisdom in the Age of Information and the Importance of Storytelling” by Maria Popva, CC-BY, https://www.brainpickings.org/2014/09/09/wisdom-in-the-age-of-information/

„Storytelling“ weiterlesen

Wärme und Kompetenz

Einer der Vorzüge meiner momentanen Tätigkeit in einem universitären Schreibzentrum ist die Tatsache, dass ich bei der Verrichtung meiner Arbeit häufig Neues über Themen lerne, mit denen ich mich eigeninitiativ wohl erst in tausend Jahren befasst hätte. Neulich kam jemand mit einer Arbeit über Machiavellis “Der Fürst” in die Beratung und das passte gut zu meiner Auseinandersetzung mit Führung und Organisationsentwicklung. Sollte man als Führungskraft lieber gemocht oder gefürchtet werden? U.a. mit dieser Frage befasste sich Macchiavelli im 16. Jahrhundert und er kam zu dem Schluss, dass die Antwort wohl ein “sowohl – als auch” sein müsste. Da es, so Machiavelli, allerdings schwierig sei, beide Pole in einer Person abzudecken, sei es viel sicherer gefürchtet, als gemocht zu werden. „Wärme und Kompetenz“ weiterlesen

Zum Verhalten effektiver Führungskräfte (Teil 3) – Lob der Ineffizienz

Im ersten Teil dieser Serie wurden zwei Beobachtungen Kotters aufgeführt, die bisher noch nicht erläutert wurden: die, dass Führungskräfte ihre Tage nicht im Detail planen, sondern häufig auf die Umstände reagieren (Beobachtung 10) und, dass sie kurze und nicht im Zusammenhang stehende Gespräche führen (Beobachtung 11). Klingt ja doch irgendwie unprofessionell, gell. Erstaunlicherweise bezeichnet Kotter sie als “vielleicht die wichtigsten und effizientesten” Verhaltensweisen überhaupt. „Zum Verhalten effektiver Führungskräfte (Teil 3) – Lob der Ineffizienz“ weiterlesen

Zum Verhalten effektiver Führungskräfte (Teil 2)

Um zu verstehen, warum sich die Geschäftsführer in Kotters Studie verhalten, wie im ersten Teil beschrieben, weist der Autor auf zwei zentrale Herausforderungen und Dilemmas in ihrem Job hin: Sie müssen a) herausfinden, was zu tun ist und zwar vor dem Hintergrund von Unsicherheit und einer Vielzahl an relevanter Information und b) sie müssen Dinge mittels großer und heterogener Personengruppen erledigen – Personen, über die sie mitunter gar keine Kontrolle haben. „Zum Verhalten effektiver Führungskräfte (Teil 2)“ weiterlesen

Zum Verhalten effektiver Führungskräfte (Teil 1)

In diesem Eintrag (und auch den beiden nächsten) werfe ich einen Blick auf einen Klassiker der Literatur zum Führungsmanagement – “The General Managers” von John P. Kotter. Auch wenn das Buch bereits 1981 veröffentlicht wurde, fördert es doch einige Beobachtungen über das Verhalten effektiver Geschäftsführer zutage, die auch heute noch halten. Ich verwende im Zusammenhang mit Kotter nun nicht mehr den Begriff “Leitung”, denn dem Autor geht es nicht nur um die “Leitung”, sondern um tatsächliches Führungspersonal, um Führungspersönlichkeiten. „Zum Verhalten effektiver Führungskräfte (Teil 1)“ weiterlesen